🧨Silvesterschrecken und was die Niere mit der Angst zu tun hat 🙀
- Carina Schütte

- 1. Dez. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Apr.
Nach der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) befinden wir uns gerade mitten in der Wandlungsphase des Wassers und damit in der Zeit der Niere und der Blase. Dieser Wandlungsphase ist die Emotion „Angst“ zugeordnet. Denn „Angst geht an die Nieren!“ Schon mal gehört? Dass die Angst und die Niere irgendwie zusammengehören wird besonders deutlich, wenn wir an solche Sprichwörter denken. „Das geht mir durch Mark und Bein“ - hier findet sich die Zuordnung zu den Knochen wieder, die chinesisch betrachtet ebenfalls der Niere zugeschrieben werden oder „sich vor Angst in die Hose machen“ - hier wird der Bezug zur Blase besonders klar.
Der Jahreswechsel ist wohl eines der größten Schreckgespenster von Tierbesitzern. Während die einen in dieser Nacht ausgelassen feiern, machen andere sich eben „vor Angst in die Hose“ oder bangen um ihre geliebten Vierbeiner und hoffen darauf, dass alle die Nacht unbeschadet überstehen und „das geht an die Nieren“. Für das Pferd als Fluchttier stellt Silvester eine besondere Herausforderung dar. Die Angst ist sozusagen ein körpereigenes Warnsystem, nicht nur bei unseren Pferden, auch bei uns. Sie dient ganz einfach dazu, das Überleben zu sichern. Das tut die Angst, indem sie den Sympathikus - den Fight-or-Flight-Nerv aktiviert und die Wachsamkeit dadurch erhöht. Das wiederum steigert die Ausschüttung von Stresshormonen und bedingt so ein entsprechend hohes Stresslevel bei Pferden und natürlich auch bei anderen Tieren. Der Wandlungsphase des Wassers werden auch die Ohren zugeschrieben.
Das erklärt auch die erhöhte Geräuschempfindlichkeit und Schreckhaftigkeit, die für viele Pferde mit Silvester einhergeht. Es gibt ganz verschiedene Methoden Pferde auf diese Nacht vorzubereiten. Die einen üben das ganze Jahr mit platzenden Luftballons, andere versuchen es in der Nacht mit Licht und lauter Musik im Stall oder mit ätherischen Ölen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.
Nur allzu gern wird bei der Silvestervorbereitung zu beruhigenden Kräutern gegriffen, die Auswahl an Futtermitteln ist hier geradezu überwältigend und einladend. Aber Achtung! Man kann die Pferde mit Futterzusätzen unterstützen, sollte jedoch dringend beachten, dass man die Nerven eher stärkt, als die Pferde förmlich ruhig zu stellen. Hopfen und Baldrian zum Beispiel haben bei längeren Gaben oder hohen Dosierungen eine sedierende Wirkung. Das kann fatale Auswirkungen haben, denn stellt euch vor, es ist Silvester, ihr habt Angst, eure Glieder fühlen sich an wie Pudding, ihr wollt weg, aber ihr könnt nicht so koordiniert oder schnell wie sonst. Das macht dann nur noch mehr Angst!
Pferde verarbeiten in Bewegung, daher hilft vielen Pferden genau das in dieser Nacht. Ein sicherer Platz in ihrer Herde mit ausreichend Platz, den Stress ein bisschen rauszulaufen, um ihn auf natürliche Weise abzubauen. Auch wenn das für uns Menschen manchmal schwer auszuhalten ist. Und hier kommen dann wir ins Spiel. Unsere Pferde spiegeln uns in allen Lebenslagen. Also versucht gelassen zu bleiben und wenn ihr eure Pferde unterstützen wollt, fangt rechtzeitig an, ihre Nerven zu stärken. Und nicht ganz unwichtig…wenn ihr wisst, dass ihr selbst auch unentspannt seid in dieser Nacht, dann vergesst eure Nerven bitte nicht! In dieser Zeit kann zum Beispiel ein erhöhter Bedarf an Magnesium, B-Vitaminen und der Aminosäure L-Tryptophan entstehen. Dieser sollte jedoch frühzeitig - also einige Wochen vorher ausgeglichen werden, um positive Effekte rund um die Silvesternacht ausnutzen zu können. Auch Treibjagden finden in dieser Zeit vermehrt statt und beeinträchtigen oft Pferde, die in Waldnähe zu Hause sind.
Mit der TCM können wir unsere Pferde im Vorfeld unterstützen und ihre Nerven stärken, damit sie besser durch diese besondere Zeit kommen. So könnt ihr den Nierenfunktionskreis eures Pferdes auch energetisch unterstützen. Zum Beispiel könnt ihr ganz einfach beim täglichen Putzen eine entspannte Meridianmassage des Nierenmeridians einbauen oder den Akupunkturpunkt Ni 3 mit etwas Sesamöl massieren. Dieser Punkt hat besonderen Einfluss auf den Energiehaushalt. Das Sesamöl stärkt die Nieren und hilft somit auch der Nervenstärke. Niere 3 liegt dort, wo der Nierenmeridian an der Hintergliedmaße diesen kleinen Kringel schlägt. Man findet diesen Punkt innen zwischen dem hinteren Rand der Tibia (des Schienbeins) und etwas unterhalb der Spitze des Calcaneus (des Fersenbeinhöckers), dort wo man mit dem Finger quasi in ein weiches „Loch“ fällt.
Bei der Meridianmassage ist zu beachten, dass ihr immer am Anfang des Meridians beginnt also bei Ni 1 und von dort bis zu Ni 27 massiert oder putzt, dann fangt ihr wieder bei Ni 1 an. Ihr massiert oder putzt den Meridian also immer nur in eine Richtung, die Fließrichtung des Qi - der Lebensenergie. Und macht das nicht, wenn ihr total gestresst seid, denn ihr gebt diesen Stress in den Kreislauf. Seid gelassen und positiv, dann tut ihr euch damit auch gleich etwas Gutes. Den Verlauf des Nierenmeridians und den Punkt Ni 3 könnt ihr den Bildern entnehmen…ich habe versucht zu zeichnen. Zum Glück ist man beim Putzen auch nicht so punktgenau.
Falls euch die traditionelle chinesische Medizin interessiert und ihr euer Pferd damit unterstützen möchtet, meldet euch gerne bei mir.
Hoffen wir für unsere Vierbeiner, dass es doch noch irgendwann ein Verbot für private Feuerwerke und Böllerei geben wird und bis dahin stärkt die Nieren eurer Lieblinge 💙
Ich wünsche euch allen ein entspanntes Jahresende!



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