đ„Feuerzeit ist Herzenszeitđ - Der Sommer in der TCM
- Carina SchĂŒtte

- 17. Mai 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Apr.
Der Sommer naht! Nach dem Kalender der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beginnt er heute, am 17. Mai. AllmĂ€hlich wird er sichtbar und deutlich fĂŒhlbar. Die Tage sind lang, die Sonne kraftvoll, die Natur in voller BlĂŒte. Nach der TCM beginnt der Sommer mit dem Wechsel in die Wandlungsphase Feuer â ein Element voller Licht, Bewegung und Lebendigkeit. Es ist die Zeit, in der sich das Qi (die Lebensenergie) nach auĂen richtet, alles strebt nach Ausdruck, Begegnung und Austausch.
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Dem Feuer zugeordnet sind die Organe Herz und DĂŒnndarm, ebenso wie die Emotion der Freude. Wenn wir âHerzklopfen vor Freudeâ bekommen oder uns âein Stein vom Herzen fĂ€lltâ wird der Bezug zum Herzen sehr deutlich. Doch wo Freude ist, kann auch Unruhe entstehen â besonders dann, wenn das Gleichgewicht aus der Balance gerĂ€t. Unsere Pferde â sensibel und feinfĂŒhlig, wie sie eben sind â spĂŒren diese sommerliche Feuerkraft besonders intensiv.
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Im Sommer zeigt sich das Feuer-Element in allen Facetten:
 ⹠Herz und DĂŒnndarm â Organe, die Hitze schwer regulieren können.
 ⹠Freude und Begeisterung â aber auch Ăbererregbarkeit.
 ⹠Hitze und Trockenheit â Ă€uĂere Reize, die das innere Gleichgewicht stark beeinflussen können.
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Pferde, deren Konstitution dem Feuer entspricht, wirken meist sehr offen, prĂ€sent und energetisch. Sie sind kommunikativ, neugierig und zeigen sich gern. Doch gerade diese Tiere neigen auch dazu, schnell ĂŒberreizt oder unruhig zu werden. Aber auch Pferde mit einer anderen Grundkonstitution sind im Sommer nicht frei von der Wirkung des Feuers â nur zeigt sich diese auf unterschiedliche Weise.
Die âSchutzgeisterâ des Sommers: Perikard und Dreifacher ErwĂ€rmer
Neben Herz und DĂŒnndarm gehören in der TCM auch der Perikard- und der San-Jiao-Meridian zur Feuer-Zeit â oft werden sie als âzweites Feuerpaarâ bezeichnet. WĂ€hrend Herz und DĂŒnndarm eher die innere Achse der Freude und Klarheit verkörpern, ĂŒbernehmen Perikard und San Jiao unterstĂŒtzende, ausgleichende Aufgaben in diesem dynamischen System.
Der Perikard â auch âHerzhĂŒlleâ genannt â schĂŒtzt in der TCM das Herz nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Er fungiert als Filter und Vermittler, der emotionale Reize abfedert und Ăberforderung vom Herzen fernhĂ€lt. Gerade bei sensiblen oder nervösen Pferden, die âzu offenâ wirken oder schnell ĂŒberreizt sind, kann eine sanfte StĂ€rkung des Perikard-Meridians helfen, emotionalen Schutz und Abgrenzung zu fördern.
Der San Jiao oder âDreifache ErwĂ€rmerâ ist kein Organ im anatomischen Sinne, sondern eine funktionelle Einheit, die die WĂ€rmeverteilung und Kommunikation zwischen den Körperbereichen steuert. In der heiĂen Jahreszeit hilft er dabei, ĂŒberschĂŒssige Hitze zu regulieren, FlĂŒssigkeiten zu verteilen und das Qi im gesamten Organismus zu harmonisieren. Besonders bei Pferden mit gestautem HitzegefĂŒhl, KreislaufschwĂ€che oder gestörter Thermoregulation (z. B. wenn dein Pferd gar nicht oder sehr stark schwitzt) lohnt es sich, den San Jiao energetisch zu unterstĂŒtzen. Zusammen bilden diese beiden Meridiane eine Schutz- und Regulationsebene, die das Herz entlastet, emotionale Balance fördert und dabei hilft, die sommerliche Feuerenergie sanft im Fluss zu halten â nicht zu schnell, nicht zu intensiv, sondern ausgeglichen und lebendig.
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In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt die Zunge als Spiegel des gesamten Organismus, besonders aber des Herzens, das dem Sommer zugeordnet ist. âDas Herz auf der Zunge tragenâ kann man in der TCM wörtlich verstehen. Die Zunge zeigt uns auf subtile Weise, wie es um die innere Harmonie steht â sowohl bei uns Menschen als auch bei unseren Pferden. Farbe, Feuchtigkeit, Beweglichkeit und Belag der Zunge geben Hinweise auf mögliche Ungleichgewichte, wie etwa Hitze, Trockenheit oder innere Unruhe.
Gerade in der feurigen Jahreszeit lohnt es sich, achtsam hinzuschauen â denn die Zunge kann ein leiser Ausdruck dessen sein, was im Inneren arbeitet. So wird sie in der TCM nicht nur als Organ betrachtet, sondern als feines Ausdrucksmittel fĂŒr Gesundheit, Emotion und Energiefluss.
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Wie jede Jahreszeit bringt auch der Sommer seine Herausforderungen mit sich â aus Sicht der TCM insbesondere durch die Ăberhand nehmende Hitze. Typische Dysbalancen im Sommer zeigen sich in:Â
âąÂ Hitzestress & NervositĂ€t: Die Pferde sind rastlos, schlafen schlecht, schwitzen stark.
âąÂ Verdauungsprobleme: Der DĂŒnndarm, der im Sommer besonders aktiv ist, kann aus dem Gleichgewicht geraten â die Folge sind Kotwasser oder Durchfall.
âąÂ Hautthemen, wie Sommerekzem: Ein Zeichen fĂŒr âFeuchte Hitzeâ, das sich besonders im Sommer zeigt.
âąÂ Kreislaufprobleme: Vor allem Ă€ltere, geschwĂ€chte oder konstitutionell empfindliche Pferde sind hier betroffen.
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Der Sommer verlangt nach Ausgleich â und die TCM bietet uns viele Wege, unsere Pferde sanft durch diese Zeit zu begleiten.
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Zum Beispiel durch kĂŒhlende FĂŒtterung an heiĂen Tagen. Die FĂŒtterung spielt in der TCM Therapie, gerade im Sommer eine wichtige Rolle, um die innere Hitze zu kĂŒhlen und den Organismus zu entlasten.
Zum Beispiel kann im Sommer ein StĂŒck Gurke oder auch der Einsatz von KrĂ€utern, wie Brennnessel und Minze blutkĂŒhlend wirken. Karotte und Apfel in kleinen Mengen stĂ€rken die Mitte, ohne zu ĂŒberhitzen. Vermeiden sollten wir hingegen zu viel âwarmesâ Futter wie Hafer oder Luzerne, da sie das Feuer zusĂ€tzlich nĂ€hren können.
AuĂerdem können wir gezielt mit Akupunktur helfen, innere Hitze abzuleiten, den Kreislauf zu stabilisieren und die Psyche zu beruhigen.
Eine Massage des Herzmeridians kann helfen, um Herz und Geist zu beruhigen. Eine DĂŒnndarmmeridian-Massage kann helfen Hitze im Funktionskreis zu regulieren.
 Auch Moxibustion â also der gezielte Einsatz von WĂ€rme kann bei Sommerhitze helfen, um Feuchtigkeit aus dem Körper zu leiten â ein zentrales Thema bei Sommerekzem oder angelaufenen Beinen. Richtig eingesetzt, kann Moxa an bestimmten Punkten den Stoffwechsel entlasten und das Gleichgewicht wiederherstellen.
Mit Leichtigkeit durch den Sommer â besonders mit chronisch kranken Pferden
Gerade Pferde mit chronischen Erkrankungen brauchen im Sommer eine besonders einfĂŒhlsame Begleitung. Hitze, VerĂ€nderungen im Stoffwechsel, emotionale Unruhe â all das kann Symptome verstĂ€rken oder neue Beschwerden hervorrufen. Und dennoch: Der Sommer schenkt uns auch eine Einladung â zur Leichtigkeit. Leichtigkeit bedeutet in der TCM nicht âSymptome wegmachenâ, sondern in eine sanfte, innere Balance zu finden. HerzenswĂ€rme, Verbindung und Freude â das sind die Aspekte des Feuers, die wir nutzen können, um neue Wege im Umgang mit unseren Pferden zu finden. âDa geht mir das Herz aufâ kennen wir alle als RedewendungâŠalso verbindet euch mit eurem Pferd und lasst eure Herzen aufgehen!đ
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Vielleicht braucht es keine groĂen VerĂ€nderungen, sondern kleine Rituale:
Ein frĂŒher Spaziergang, bevor die Sonne brennt. Eine sanfte Massage, achtsam und prĂ€sent. Ein gemeinsames Ausruhen im Schatten â ohne Ziel, ohne Druck.
Auch hier gilt: UnterstĂŒtzt wird, was in die Ruhe fĂŒhrt â etwa durch FĂŒtterung, Akupunktur, Farblichttherapie oder durch sanfte Aromatherapie mit Minze oder Lavendel. Und nicht zu vergessen â unsere eigene innere Haltung. Denn je ruhiger und offener wir sind, desto eher spiegelt unser Pferd diese QualitĂ€t zurĂŒck. Wenn wir aufhören zu kĂ€mpfen und anfangen zu begleiten, dann beginnt Leichtigkeit.
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Der Sommer ist eine strahlende, aber auch fordernde Zeit. FĂŒr unsere Pferde kann er ebenso bereichernd wie belastend sein. Doch mit dem Wissen der TCM haben wir wertvolle Werkzeuge an der Hand: ErnĂ€hrung, Akupunktur, Moxibustion und bewusste FĂŒrsorge helfen, das Gleichgewicht zu halten.
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Lasst uns den Sommer nicht einfach nur durchstehen â sondern ihn gemeinsam mit unseren Pferden erleben. In Verbundenheit, Achtsamkeit, Freude und mit offenem Herzen.â€ïž
Herz & DĂŒnndarm â das Feuer-Duo des Sommers
Das Herz gilt als âKaiserâ aller Organe â es beherbergt den Shen, den Geist, und ist Sitz von Freude, Bewusstsein und emotionaler Ausgeglichenheit.

Der DĂŒnndarm hingegen sortiert â sowohl auf körperlicher als auch auf geistiger Ebene. Er trennt âReines von Unreinemâ und hilft so, Klarheit zu schaffen â sei es in der Verdauung oder im Umgang mit Ă€uĂeren Reizen.Â

Herz & DĂŒnndarm â das Feuer-Duo des Sommers
In der FĂŒlle der Feuer-Zeit spielen neben Herz und DĂŒnndarm auch der Perikard- und der Dreifach-ErwĂ€rmer-Meridian eine wichtige Rolle. Der Perikard, als âBeschĂŒtzer des Herzensâ, hilft dabei, emotionale Reize besser zu verarbeiten.

Der DreifacherwĂ€rmer â der âSan Jiaoâ â reguliert die Verteilung von WĂ€rme und FlĂŒssigkeiten im gesamten Körper. Gerade im Sommer, wenn die Hitze steigt und der Kreislauf stĂ€rker gefordert ist, unterstĂŒtzt er dabei, Ăberhitzung und Stauungen vorzubeugen und das Qi frei flieĂen zu lassen.




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