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🍃Die Leber ruft's aus dem Wald🐦‍⬛

  • Autorenbild: Carina Schütte
    Carina Schütte
  • 16. Feb. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Apr.

Die allermeisten von uns erwarten ihn bereits sehnsüchtig und nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat er am 13. Februar endlich begonnen. Der Frühling. Der Frühling entspricht der Wandlungsphase des Holzes, ihm werden die Organe Leber und Gallenblase zugeordnet. Alle Energien, die über den Winter vom Element Wasser und vor allem der Niere gespeichert wurden, dürfen nun zu neuem Leben erwachen. Ist die Niere aus dem Winter geschwächt, hat das Auswirkungen auf die Leber im Frühling, denn das „Holz“ braucht das „Wasser“, um zu wachsen. Der Frühling ist die Zeit der Geburt, des Neubeginns, des Aufblühens. Die Bäume und Sträucher treiben die ersten Blüten…was viele Allergiker vor die ersten Herausforderungen des neuen Jahres stellt. Unsere Pferde stecken mitten im Fellwechsel, auch wenn man es bei dem ein oder anderen noch nicht sieht. Die Natur erwacht zu neuem Leben, der Kreislauf beginnt von vorne. Dem Holz werden Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, sowie das Streben nach Entfaltung nachgesagt. Das beschreibt den Frühling sehr gut.


Die Leber spielt im Frühling eine besonders wichtige Rolle, denn sie ist in der TCM verantwortlich für den freien und glatten Qi-Fluss (Energiefluss) in allen Organen, wenn hier etwas hakt, dann kommt die Anspannung. Die Leber harmonisiert die Emotionen, wenn das Qi gleichmäßig verteilt ist, ist alles ausgeglichen. Aber sie ist auch verantwortlich für eine reibungslose Verdauung und die Rosse. Zudem speichert sie Blut und nährt Muskeln, Sehnen, Bänder und Hufe. Chinesisch sagt man, die Leber badet diese in Blut. Mit ihrem Bezug zum Blut unterstützt sie auch die Blutversorgung der Haut und damit des Abwehr-Qi (westlich: Immunsystem). So kann sich ein Ungleichgewicht im Lebermeridian zum Beispiel in trockenen, brüchigen Hufen, stumpfem Fell mit Schuppenbildung, das viele Pferde besonders im Fellwechsel häufig plagt, Muskelkrämpfen oder Verspannungen (auch Krampfkoliken), geröteten Augen, aber auch in Verhaltensauffälligkeiten wie Aggression, Reizbarkeit und Unruhe zeigen. 

Da die Augen der Öffner der Leber genannt werden, können wir zum Beispiel Pferde mit periodischer Augenentzündung gut unterstützen, indem wir den Lebermeridian stärken. Auch viele Allergien entstehen durch eine Disharmonie des Funktionskreises der Leber und können sich in Auffälligkeiten der Augen zeigen. Plötzlich auftretender Stress verstärkt oft die Symptomatik bei Leber-Patienten. Das hat damit zu tun, dass der pathogene Faktor der Leber „Wind“ ist, das heißt, Wind kann die Leber schädigen. Wind steht in der TCVM nicht nur für das Wetterphänomen, sondern beschreibt auch alles was plötzlich kommt oder auf einmal die Position wechselt. So sorgt „Wind“ häufig für Juckreiz, Verspannungen und Unruhe. Wir können das zum Beispiel gut nachempfinden, wenn wir Zug bekommen und einen steifen Nacken haben. Pferde die im Frühling sehr stürmisch sind, fast unberechenbar bei Sturm und Wind, können wir mit der Stärkung des Lebermeridians ebenfalls wunderbar unterstützen.


Die Emotionen, die der Leber zugesprochen werden, sind vor allem Wut und Aggression. Wenn einem „eine Laus über die Leber läuft“, oder einem „die Galle aufsteigt“, manifestiert sich die Emotionszuordnung der Leber und Gallenblase. Der Gallenblasenmeridian ist im Pferd genauso angelegt wie beim Menschen, obwohl das Pferd dieses Organ nicht besitzt. Der Funktionskreis der Gallenblase übernimmt eine wichtige Funktion in Bereichen wie Mut, Entschlossenheit und Urteilsvermögen. Die Unentschlossenen unter uns kennen bestimmt die Anspannung, die sich breit macht, wenn man sich nicht entscheiden kann. Das veranschaulicht sehr gut, warum alle möglichen Verspannungen in diese Wandlungsphase eingeordnet werden.


Um das Holz zu unterstützen, sollten wir das Yin nähren. Über die Nahrung können wir das mit dem Geschmack sauer, denn sauer zieht zusammen und bewahrt die Säfte, also auch das Yin - die Substanz, die Flüssigkeiten im Körper. So kann man die Leber zum Beispiel mit einem Schuss Apfelessig im Futter unterstützen. Aber Vorsicht bei der Dosierung, denn „ein bisschen sauer stärkt, zu sauer hält das Qi fest und kann so Blockaden verursachen und wiederum zu neuen Verspannungen führen. Verspannungen wirken auf den Qi-Fluss wie Steine in einem Flussbett, sie verlegen den Weg, verlangsamen die Fließgeschwindigkeit  und sorgen für Stauungen. Dann kann die Leber keinen freien Fluss des Qi mehr gewährleisten und die bereits genannten, typischen Symptome können entstehen. 


Da die Leber ja auch ein klassisches Entgiftungsorgan ist, unterstützen wir sie auch, wenn wir darauf achten, sie nicht unnötig mit Konservierungsmitteln, Farbstoffen und synthetischen Zusätzen wie zum Beispiel Transfetten zu belasten. Ein Blick auf die Zusammensetzung von Futtermitteln und -zusätzen lohnt sich daher immer sehr!


In diesem Sinne, bleibt alle ganz entspannt und genießt den Neubeginn, den lang ersehnten Frühling, auch wenn er uns nun nochmal mit Kälte überrascht.


Ich wünsche euch und euren felligen Partnern  einen tollen und gesunden Start in den Frühling.💚 



Leber & Gallenblase - Partner des freien Qi-Flusses


Die Leber sorgt für den freien Fluss der Lebensenergie und hält somit alles im Gleichgewicht.



Die Gallenblase stärkt Entscheidungsfähigkeit und Mut und hilft klar und entschlossen zu reagieren.


Um den jeweiligen Meridian zu stärken, massiert ihn zum Beispiel beim Putzen mit der Bürste immer von seinem Anfang zum Ende und beginnt dann wieder bei Gb1 bzw. Le1.


 
 
 

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